1971-1988: Das späte Werk

„Das Naturerlebnis ist für mich Ausgang jeder Arbeit“. Das bekannte Hesse zu jener Zeit, als er sich von Anfang der sechziger Jahre bis in die achtziger Jahre hinein, zunächst an der Seite eines Wanderfreundes, später auch allein, in besonderem Maße der Sächsischen Schweiz zuwandte.

Ungezählte Landschaftsdarstellungen aus dem Elbebereich, dem Erzgebirge, von der Ostsee entstehen und zeugen von seiner immer wieder neu entdeckten Liebe zur Natur. Hesse sagte weiter: „Je mehr die Formensprache der Sächsischen Schweiz mir innerlich vertraut wurde, um so mehr gewann und gewinnt sie in der Motivierung meiner Arbeiten einen primären Platz in meinem gegenwärtigen Schaffen, vergleichbar einer späten Liebe.“

In den letzten Jahren konnte Hesse kaum noch zu Pinsel und Stift greifen, was ihn schmerzte, weil er ein Leben lang ein intensiv Schaffender war, immer mit Skizzenblock draußen in der Natur. Er ließ sich noch oft an die Stellen fahren, die ihm am liebsten waren: die Elbe mit ihren Hängen, die Berge und Schluchten der Sächsischen Schweiz und seine engere Heimat um das osterzgebirgische Schmiedeberg. Am 25.11.1988 starb Alfred Hesse in seinem Haus in Dresden.