1947–1956: Nachkriegszeit und 50er Jahre

Als Hesse nach Dresden zurückkehrte, lag seine Heimatstadt in Trümmern. Wohnungsnot und Hunger herrschten, glücklicherweise hatte seine Familie überlebt. Viele Künstler begannen von neuem und bereits nach kurzer Zeit entwickelte sich das gesellschaftliche Leben wieder. Die Auseinandersetzung mit Faschismus und Krieg, aber auch der Neuaufbau dominierte in der Dresdner Kunst und so auch in Hesses Schaffen. Er wurde Mitglied in der Dresdner Künstlergemeinschaft „Das Ufer“. Ab 1947 arbeitete Hesse freischaffend. 

Zwei Strömungen prägten im Folgenden seinen künstlerischen Lebensweg. Aus einer ungebundenen freien Schaffensfreude entstanden Aquarelle, Zeichnungen und Ölgemälde, überwiegend in der Landschaftsmalerei, ohne aber figürliche Gestaltungen zu vernachlässigen.

Die andere Strömung seines Schaffens war enger an gesetzte Grenzen, an Aufgaben und Zwecke gebunden - die Wandmalerei. Hesses Fähigkeiten in Kaseinmalerei, Sgraffitotechnik oder Glasmosaik fanden Niederschlag in mehreren architekturgebundenen Kunstwerken, so beispielsweise in dem ersten Wandgemälde, welches nach 1945 in Dresden eingeweiht wurde. Dieses 1951 übergebene Wandbild im Oberlandesgericht wurde aber auch schon Opfer des neuen politischen Systems, eines kunstpolitischen Konflikts. Es wurde, wie eine Vielzahl früher Wandbilder der DDR, Opfer eines Bildersturms, der als erzieherische Maßnahme gegenüber den bildenen Künstlern und ihrer nicht erwünschten „formalistischen“ Kunst zu werten war.