1957-1970: Hochschule für Bildende Künste

Hesse wurde durch seine Wandbilder in Dresden und Sgraffito-Techniken sowie durch sein gesamtes künstlerisches Werk für die Dozentenstelle der Werklehre an der Hochschule für Bildende Künste Dresden (HfBK) als besonders geeignet erachtet und 1957 als Dozent berufen. 13 Jahre blieb Hesse an der HfBK. 1965 wurde er zum Professor für Wandmalerei ernannt und schied 1970 nach erreichter Altergrenze aus.

In dieser Zeit entstanden eine Reihe baugebundener Kunstwerke, die zum Teil heute noch in Dresden zu besichtigen sind. Das Wandgemälde „Mensch und Wissenschaft“ entstand 1959 im Foyer der Dresdner Hochschule für Ingenieurwesen und reflektiert die Auseinandersetzung mit dem Thema Energie. 2009 wurde dieses Wandbild kurz vor dessen Abriß während des Umbaues des Gebäudekomplexes durch die Fachklasse Konservierung und Restauration von Wandmalerei und Architekturfarbigkeit der HfBK gerettet und der Nachwelt erhalten. Ein weiteres, 2009 restauriertes und konserviertes Wandbild, am Gebäude des Marie-Curie-Gymnasium in Dresden, beschäftigt sich mit dem Thema „Der erste Mensch im Weltall“. 1967 wurde Hesse in das Künstlerkollektiv für das Wandbild am Kulturpalast Dresden berufen und 1968 kurzzeitig mit der Übernahme des Auftrages betraut. Nur kurze Zeit später wurde er aus dieser Verantwortung wieder enthoben, jedoch unter Hinweis auf seine Leitung des Bereiches Wandmalerei an der Hochschule um weitere Mitarbeit an Entwurf und Karton zum Wandbild gebeten.

Zu einer einschneidenden Änderung führte 1964 seine fünfwöchige Studienreise durch die Mongolei. Das absolute Andersein jener Landschaft, ihrer Weite und zugleich ihre intensive "Erdnähe" müssen Hesse, der ohnehin für das Phänomen "Landschaft" aufgeschlossen war, zutiefst beeindruckt haben. In einer folgenden intensiven Schaffensperiode über mehrere Jahre entstanden eine Vielzahl von Kunstwerken. Diese Reise wurde Thema mehrerer Ausstellungen u.a. 1964 in der Eröffnungsausstellung des Glockenspielpavillions des Dresdner Zwingers und 1965 in der Ostasiatische Sammlung des Pergamon-Museums in Berlin.