1904-1917: Kindheit und Jugendzeit

Georg Edgar Alfred Hesse, am 18. Mai 1904 in Schmiedeberg (Erzgebirge) geboren, war der Sohn von Ewald Hermann Hesse und Laura Emilie Hesse geb. Auxel. Die Kindheit verlebte er in den bescheidenen Verhältnissen einer karg verdienenden Familie. Er besuchte von 1910 – 1918 die Volksschule in Schmiedeberg. Seine Erinnerungen an diese Zeit waren mit einem französischen Lehrer verbunden, der seine erwachende Zeichenbegabung mit großer Aufmerksamkeit verfolgte. Dieser Lehrer kam, als der erste Weltkrieg ausbrach, als Gefangener in das Dorf und wurde in dem dortigen Erzbergwerk eingesetzt.

Dem Franzosen fiel wiederholt der Knabe auf, der, am Wegrand sitzend, eifrig zeichnete. Die Bewachung muss großzügig gewesen sein: jedenfalls konnte dieser Gefangene mit ihm sprechen: „Junge, das ist gut. Du musst auf die Kunstakademie gehen, Maler werden.“ Es ist anzunehmen, dass der Knabe selbst ohne diesen Rat Maler geworden wäre. Sicher ist aber, dass sich diese Begegnung im Gedächtnis des damals Dreizehnjährigen tief eingegraben und ihm in seinem langen Künstlerleben mehr als einmal Mut gemacht hat.