1930–1946: Frühe Künstlerjahre und Kriegszeit

Hesse ging letztendlich nicht nach Berlin, denn etwas Entscheidendes kam dazwischen. Der erste Auftrag, und zwar ein großer Auftrag, und der Auftraggeber hatte einen guten Namen: das Hygienemuseum (DHM) in Dresden. Es war - in Ölmalerei - ein 32m langer Wandfries zu malen, der die "Ernährungsgeschichte der Menschheit" darstellen sollte. Der Auftrag wurde zur Zufriedenheit ausgeführt, weitere Arbeiten standen in Aussicht, und so widmete sich Alfred Hesse nunmehr hauptsächlich der Wandmalerei. Das große Wandfries wurde später ein Opfer des vernichtenden Luftangriffes auf Dresden.

Trotz der Beteiligung an mehreren Ausstellungen im Sächsischen Kunstverein, in den Kunsthandlungen Kühl und Richter sowie den Einnahmen durch die Tätigkeiten am DHM war die finanzielle Situation Hesses und seiner Familie keineswegs gesichert. Hinzu kamen familiäre Tragödien. Der Bruder seiner Frau Hildegard Hesse geb. Holzschuh, die Alfred 1932 geehelicht hatte, wurde 1933 aufgrund seiner KPD Mitgliedschaft verhaftet.  Auch Ihre beiden anderen Brüder waren im Gefängnis. Der politische Druck nahm zu und seine Beschäftigung am DHM war gefährdet. Zwei Ereignisse schenken dem Paar jedoch Stunden der Freude, 1934 die Geburt des Sohnes Peter und 1936 die Geburt der Tochter Karin, die zu Lieblingsmotiven Hesses in dieser Zeit wurden.

In den Jahren 1940 bis 1945 muß Hesse Militärdienst leisten und kehrt 1946 aus englischer Gefangenschaft zu seiner Familie zurück.