1918-1924: Dekorationsmaler

Hesses Vater, ein Zimmermann, wußte geschickt mit dem Zeichenstift umzugehen und recht gut Akanthusblätter, Eierstab-Ornamente und was an Gebälkschmuck sonst noch gefordert wurde zu zeichnen. So lag die Berufsrichtung ziemlich früh fest, allerdings veknüpft mit einer ökonomisch verständlichen Bedingung: es musste schnell Geld verdient werden. Alfred Hesse sollte eine "Gebrauchskunst" erlernen.

Er absolvierte daher von 1918 bis 1921 bei der Firma Köster in Naundorf bei Schmiedeberg eine Malerlehre und arbeitete dort bis 1924 als Dekorationsmaler.

Hesses künstlerisches Interesse wuchs durch Besuche der Kunstmetropole Dresden. Er selbst sagte einmal: „Mit dem Ende der Schulzeit kam der Wissensdurst nach dem großen Leben. Das Dorf wurde langsam zu eng. Der Vater hatte mich schon einige Male mit nach der Residenz genommen und immer die Zeit gefunden, mir die großen Meister der Dresdner Galerie zu zeigen. Diese Erlebnisse konnten nicht mehr verlöschen und meine Vorstellung künstlerischen Schaffens nur verstärken. Ich erlernte nun das Malerhandwerk, und im Jahre 1924 entschloß ich mich, mit wenigen Ersparnissen, die immer wieder durch die Inflation entwertet wurden, das Studium an der Akademie für Kunstgewerbe in Dresden aufzunehmen.“